A Shares, B Shares, H Shares oder ADRs –
Chinesische Aktienkategorien beeinflussen die Anlageperformance

Bei der Auswahl chinesischer Aktien finden Investoren eine Fülle verschiedener Kategorien vor:

 

  • A-Aktien
  • B-Aktien
  • H-Aktien 
  • American Depositary Receipts (ADRs).

Die Kürzel stehen für den Ort der Börsennotierung – jedoch können daraus erhebliche Kursunterschiede erwachsen!

A-Aktien (RMB-Stammaktien)

Der offizielle Name der A-Aktien ist RMB-Stammaktien. Der Markt für A-Aktien wurde 1990 formell für inländische Investoren eröffnet und hat sich seitdem zum bedeutendsten Repräsentanten des chinesischen Aktienmarktes entwickelt. Mit der schrittweisen Liberalisierung können nun auch ausländische institutionelle Investoren und eine immer größere Anzahl von Privatpersonen über die Hong Kong Stock Connect am A-Aktienmarkt teilnehmen. A-Aktien werden an der Shanghai Stock Exchange und der Shenzhen Stock Exchange gehandelt. Sie können in diverse Listing Boards aufgeteilt sein wie Main Board, Small & Mid Board (SME), Venture Board (CHINEXT), National Equities Exchange and Quotations (NEED) sowie Sci-Tech Innovation Board (SSE STAR).

Mittlerweile investieren in A-Aktien nicht nur chinesische Anleger, sondern über HK Stock Connect zunehmend auch internationale Investoren

B-Aktien

B-Aktien sind Sonderaktien. Die Wertpapiere werden zwar an inländischen chinesischen Börsen gelistet, aber in Fremdwährung gezeichnet und gehandelt. Angedacht vormals für ausländische Investoren, hat der Markt mit der Zeit an Bedeutung verloren, nachdem sich immer mehr Chinesische Unternehmen für einen Börsengang in Hong Kong und/ oder den USA entscheiden und auch der Markt für A Aktien nun internationalen Investoren offensteht.

H-Aktien

H-Aktien stehen für Aktien chinesischer Unternehmen mit Börsennotierung in Hongkong. Seit Juli 1993, als die Tsingtao-Brauerei (0168) als erstes staatliches Unternehmen in Hongkong notieren durfte, wurden nacheinander mehr als 800 Unternehmen an der Hongkonger Börse notiert. Die Brückenfunktion der Hong Kong Stock Exchange zwischen dem Festland und ausländischen Investoren hatte es schon früh den chinesischen Unternehmen ermöglicht, sich mit dem internationalen Kapitalmarkt in Verbindung zu setzen und sich offshore zu finanzieren.

A-Aktien handeln im Schnitt mit Premium gegenüber H-Aktien.

Der Hang Seng Stock Connect China AH Premium Index ist ein interessanter Maßstab für den Preisunterschied. Ein Wert des Indexes über 100 signalisiert, um wieviel teurer A-Aktien im Vergleich zu H Aktien sind. Da diese Prämie im Zeitablauf zum Teil erheblich schwankt, ergeben sich daraus auch nennenswerte Performanceunterschiede für den Anleger.

American Depositary Receipts (ADRs)

中概股, werden oft auch als China-Überseeaktien bezeichnet. ADRs sind eigentlich keine Aktien, sondern von US-Amerikanischen Depotbanken in den USA ausgegebene Zertifikate, die das Recht an einer bestimmten Anzahl hinterlegter Aktien des jeweiligen Unternehmens verkörpern. Sie werden anstelle der jeweiligen Chinesischen Aktien an US-amerikanischen Börsen gehandelt. Mit dem Umweg über ADRs lassen sich die strengen regulatorischen Vorgaben der US-amerikanischen Börsen (z.B. an die Bilanzierung nach GAAP) an ausländische Unternehmen reduzieren. Zudem werden damit chinesischen Aktien in US-amerikanische Wertpapiere transformiert, was wiederum vielen institutionellen Investoren den Erwerb erleichtert.

Im Jahr 1999 wurde die erste chinesische Aktie, China.com, an der NASDAQ zugelassen. Ihr Aktienkurs stieg innerhalb von drei Tagen von 20 auf 137 Dollar und eröffnete damit eine neue Finanzierungsmöglichkeit für die chinesische Industrie. Seitdem haben zahllose hochqualitative, schnellwachsende chinesische Unternehmen die USA (und dort insbesondere die NASDAQ) als Ort für ihre Börsennotierung gewählt.

Das politische Tauziehen zwischen USA und China hat auch Folgen für die Bewertung von ADRs.

Jüngst gab es bei chinesischen ADRs erhebliche Verwerfungen aufgrund verschärfter Offenlegungsanforderungen an ausländische Unternehmen mit US Börsennotiz. Sollte die erhöhte Transparenz nicht möglich oder geboten sein, so schreibt das „Holding Foreign Companies Accountable Act“ ein Handelsverbot in damit verbundenen Wertpapieren vor.

Dies trifft vor allem ADRs und Aktien Chinesischer Unternehmen, die laut Chinesischer Regulierung der erweiterten US-Offenlegungspflicht gar nicht nachkommen dürfen. Das führte zu einem häufigen De-Listing entsprechender China-Aktien/ ADRs in den USA und einem Ausweichen an die Chinesischen Börsen.

Ein weiteres Extrem-Beispiel ist die sogenannte „schwarze Liste“, die ebenfalls durch Ex-Präsident Donald Trump im Wirtschaftskrieg mit China eingeführt wurde.

Den Amerikanern ist der Handel mit den in dieser Liste aufgeführten Wertpapieren von Unternehmen mit mutmaßlicher Militärverbindung verboten. Das Verbot gilt auch für Derivate, Tochterfirmen, und indirekte Investitionen, beispielsweise durch Investmentfonds.

Auf der Liste stehen etwa Huawei, China Mobile, China Telecommunications, sowie weitere
Unternehmen aus IT, Raumfahrt, Transport, Energie, Chemie und der Bau-Industrie.

Schlussfolgerung

Für welche Kategorie Chinesischer Aktien sich ein Anleger letztlich entscheidet, bestimmt also nicht nur seine Auswahlmöglichkeiten (Anzahl verfügbarer Aktien, Sektoren, Branchen oder Handelsliquidität etc.). Wie die obigen Beispiele zeigen kann die Wahl der jeweiligen Aktienkategorie auch nennenswerte Performanceunterschiede verursachen.

Für deutsche Investoren bedeutet dies:

  • Über Stock Connect oder Fonds können sie immer besser in vormals nur für Chinesische Investoren allein zugängliche A-Aktie investieren.
  • Der Handel in Chinesische Tech-Unternehmen verlagert sich zunehmend von ADRs nach Hongkong.

Trotz der regulatorisch bedingten Verwerfungen sind ADRs alternativen Depository Receipts in anderen Jurisdiktionen (z.B. in Deutschland, GDR - German Depository Receipt) aufgrund ihrer deutlich höheren Handelsliquidität vorzuziehen.

 

 

Kan Feng
Head of Corporate Development and Strategy
+49 69 8700847587 / +49 152 04548998
kan.feng@ha-gim.com

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