Gelebte Nachhaltigkeit – Gedanken zur Orientierung

Die HAGIM versteht sich als ein langfristig orientierter Asset Manager. Als Verwalter des uns anvertrauten Vermögens streben wir nach dem bestmöglichen, auf Kontinuität angelegten Ergebnis für unsere Kunden.
Sämtliche unsere Investmententscheidungen sind nach diesem Credo ausgerichtet. Dies impliziert insbesondere ein Bekenntnis zu nachhaltigen Anlagen. Unternehmen, die beispielsweise in Korruption oder Steuerhinterziehung verwickelt sind, schließen wir von unserem Investmentuniversum aus. Ebenso Waffenproduzenten oder Unternehmen mit nennenswerten Erträgen aus den Bereichen Atomkraft oder Thermalkohle. Mit unserem auf der Aktienseite gelebten Selektionsansatz, der auf Qualitätsaktien abzielt, vermeiden wir außerdem Unternehmen mit nicht-nachhaltigen Geschäftsmodellen. Studien zeigen, dass ESG-konformes Investierten keine „Modeerscheinung“ ist, sondern zum – vom Anleger geforderten - Standard werden wird. Schon jetzt lässt sich absehen, dass dieser Investmentansatz keineswegs mit Einbußen bei der finanziellen Rendite verbunden sein muss, gegenüber Investmentstrategien, die keinen nachhaltigen Ansatz verfolgen.

Und schließlich: wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit aus einem Katalog an Kriterien eigenständig soziale, Umwelt- und Governance-bezogene Bewertungskriterien (ESG) zu definieren, die wir in ihren Portfolien zur Anwendung bringen. Damit leistet die HAGIM einen aktiven Beitrag für eine lebenswerte Zukunft, überlässt im selben Moment jedoch dem Kunden die Souveränität über sein Vermögen.

Unser Ansatz

Der Begriff ESG (Environmental, Social and Governance) bezieht sich auf Umweltaspekte, soziale Aspekte und solche der Unternehmensführung, die wir in unseren Investmententscheidungen berücksichtigen. Für die HAGIM stellen diese Aspekte der Nachhaltigkeit die Fundamente ihrer Anlageentscheidungen dar.

Wir stellen uns dabei die Frage, ob und in welcher Form die von uns als Investmentvehikel selektierten Unternehmen „ESG“ leben, umsetzen und somit als Anlageobjekte taugen.

Ziel der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in Investmententscheidungen ist es, das Eintreten dieser Risiken möglichst frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um dadurch die Auswirkungen auf die betroffenen Investments oder das Gesamtportfolio zu minimieren. Die Nachhaltigkeitsaspekte, die einen negativen Einfluss auf die Rendite des gemanagten Vermögens haben können, werden in Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (nachfolgend „ESG“) unterteilt. Während zu den Umweltaspekten z.B. der Klimaschutz zählt, gehören zu den sozialen Aspekten weitestgehend auch die Einhaltung von Vorgaben zur Sicherheit am Arbeitsplatz. Die Berücksichtigung der Einhaltung von Arbeitnehmerrechten und des Datenschutzes sind unter anderem Bestandteile der Governance-Aspekte. Daneben werden ebenfalls die Aspekte des Klimawandels berücksichtigt, einschließlich physischer Klimaereignisse oder -bedingungen, wie Hitzewellen, der steigende Meerespiegel und die globale Erwärmung.

Die HAGIM als Vermögensverwalter berücksichtigt im Rahmen von Anlageentscheidungen, als auch permanent während der Investitionsdauer von bestehenden Anlagen, etwaige Risiken, die im Zusammenhang mit ESG stehen.

Wir unterscheiden zwischen einer nicht-finanziellen und grundsätzlich positiven Rendite, die durch die Anlage in nachhaltige Investments entsteht, sowie einer finanziellen Rendite, die auch negativ sein kann. Die Kapitalanlagen nachhaltig auszurichten, ist das primäre Ziel der HAGIM. Der Weg zur Klimaneutralität beispielsweise hat gerade erst begonnen und mit der Implementierung von ESG-Kriterien im Portfoliomanagement begeben wir uns auf einen neuen Weg des Investierens im 21. Jahrhundert.

So werden in die Anlageentscheidungen zunächst Ausschlusskriterien einbezogen, die einen ESG-Filter über potentielle Investmentvehikel legen. Hier bedienen wir uns eines Tools, dem MSCI-ESG-Manager. Näheres dazu wird in den nachfolgenden Abschnitten erläutert

Das Portfoliomanagement wertet das ESG-Rating jedes einzelnen Emittenten in Coverage von MSCI ESG auf der Grundlage eines „Best-in-Class“-Ansatzes aus. Das MSCI ESG Rating eines Emittenten soll dabei helfen, die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gegenüber langfristigen ESG-Risiken und Chancen zu verstehen. Hoch bewertete Emittenten sind solche mit einem führenden oder sich verbessernden Management der wichtigsten ESG-Risiken (berücksichtigt 37 ESG Aspekte in 10 Bereichen für E, S und G Risk Exposure und Risk Management). Das Gesamt-Scoring eines Portfolios besteht aus den drei Komponenten (E-S-G Pillar Scores): MSCI Environmental Score, MSCI Social Score sowie MSCI ESG Governance Score.

Die Ratingskala umfasst Unternehmen, die als ESG-führende Unternehmen (AAA und AA), Durchschnittsunternehmen (A, BBB und BB) oder Nachzügler (B und CCC) eingestuft sind. Die Unternehmen werden mindestens einmal jährlich einer eingehenden Prüfung unterzogen. Das Engagement in Emittenten mit niedrigem Rating wird begrenzt, um für eine kontinuierlich hohe ESG-Qualität des Portfolios zu sorgen.

Der Vermögensverwalter trifft Anlageentscheidungen grundsätzlich unter der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken. Diese Risiken können durch ökologische und soziale Einflüsse auf ein potenzielles Anlageobjekt (Investment) entstehen, ebenso wie aus der Unternehmensführung (Corporate Governance) des Emittenten eines Vermögensgegenstandes.

Das implizierte Nachhaltigkeitsrisiko kann dabei entweder eine eigene Risikoart darstellen oder auf andere, für das jeweilige Portfolio (Fonds, Teilfonds, Vermögensverwaltungs-Portfolio) relevante Risikoarten – wie z.B. Marktrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko oder operationelles Risiko - verstärkend einwirken und in diesem Zusammenhang mitunter wesentlich zum Gesamtrisiko des Vermögens beitragen. Sofern Nachhaltigkeitsrisiken eintreten, können sie einen wesentlichen Einfluss – bis hin zu einem Totalverlust – auf den Wert und / oder die Rendite der betroffenen

Vermögensgegenstände haben. Solche Auswirkungen auf ein Investment kann die Rendite des Portfolios negativ beeinflussen. Die Reduzierung von Nachhaltigkeitsrisiken über den ESG-Investment Prozess eines jeden Portfolios kann sich vorteilhaft auf die Volatilität und Rendite des Vermögens im Vergleich zum Referenzindex auswirken, der keinen ESG-Restriktionen unterliegt.

Die seitens des MSCI ESG – Managers innerhalb der verfügbaren Reportings gelieferten Daten werden auch hinsichtlich der möglichen nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen von Investments ausgewertet.

Das sich jeweils auf Portfolio-Ebene bewegende Reporting hilft dem Investor die Resilienz der Anlagen gegenüber langfristigen ESG-Risiken sowie im Gegenzug auch deren Möglichkeiten einordnen zu können. Der HAGIM als Portfoliomanager obliegt es, anhand eines solchen Reportings diejenigen Unternehmen zu identifizieren, die aufgrund ihrer Daten möglicherweise nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen erkennen lassen, um dann diese Bestände zu veräußern und durch ESG-konforme Werte zu ersetzen.

Die Risiken im Zusammenhang mit ESG-Aspekten können sich negativ auf den Marktpreis einer Anlage eines Vermögensgegenstandes (Investment) auswirken. Der Marktwert von Finanzinstrumenten, die von Unternehmen ausgegeben werden, die ESG-Standards nicht einhalten und / oder sich (auch) nicht dazu bekennen, diese in Zukunft in ESG-Standards umzusetzen, kann durch sich materialisierende Nachhaltigkeitsrisiken negativ beeinflusst werden.

Solche Einflüsse auf den Marktwert können beispielsweise durch Reputationsschäden und / oder Sanktionen verursacht werden. Weitere Beispiele hierfür sind physische Risiken sowie Übergangsrisiken, die auch durch den Klimawandel hervorgerufen werden können.

Das gemanagte Vermögen oder die Verwaltungsgesellschaft kann aufgrund von Umweltkatastrophen, sozial-induzierten Aspekten in Bezug auf Angestellte oder Dritte sowie aufgrund von Versäumnissen in der Unternehmensführung, Verluste erleiden. Diese Ereignisse können durch mangelnde Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten verursacht oder verstärkt werden.

Die verbindliche Anlehnung an neue, internationale ESG-Standards in der Unternehmensführung wird aktuell von der Geschäftsleitung der HAGIM diskutiert. Dies beinhaltet auch die Implementierung eines Kodex für verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie anerkannter Standards für die Sorgfaltspflicht und die Berichterstattung. Eine Zertifizierung des Unternehmens gemäß den Zielen des Übereinkommens von Paris ist ebenfalls für die nahe Zukunft in Planung.

Eine Etablierung einer Art von Mitwirkungspolitik im Unternehmen ist derzeit nicht vonnöten, da es sich bei der HAGIM per se um einen nicht-systemrelevanten Vermögensverwalter handelt, welcher im Sinne des Umfangs der getätigten Investitionen sowie der Mitarbeiteranzahl im Unternehmen nicht berichterstattungspflichtig ist.

Zur Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken können Renditeindikatoren (key risk indicators) herangezogen werden. Die Risikoindikatoren können dabei quantitativer oder qualitativer Natur sein. Sie orientieren sich an ESG-Aspekten und dienen der Risikomessung der betrachteten Aspekte.

Bei der HAGIM bedienen wir uns zur Bewertung der ESG-Risiken der Datenbanken und Services des auf dieses Thema spezialisierten Anbieters MSCI – ESG. Über die Research-Daten dieses Anbieters können Unternehmen hinsichtlich der ESG-Kriterien und individueller Vorgaben seitens des Portfoliomanagers überwacht, eingeschätzt und gefiltert werden.

Unser internes Controlling passt sich den Vorgaben des Regulators an und setzt sich mit dem ESG-Thema kontinuierlich und intensiv auseinander. Über den Anbieter MSCI ESG ist es möglich, portfoliospezifische Reportings nach ESG-Kriterien in Verbindung mit den individuellen Vorgaben des Kunden (jederzeit zu erstellen. Auf der Grundlage von spezifischen Schlüsselindikatoren (KPIs) und diversen, umfangreichen Nachhaltigkeitsvorgaben ist so die Überwachung der geforderten ESG-Parameter jederzeit möglich und gegeben. Verstöße gegen ESG-Kriterien durch Unternehmen, in die wir investiert sind, bzw. deren Emissionen allokiert wurden, werden durch dieses Tool überwachbar und transparenter gemacht. Durch Verstöße eines Unternehmens gegen die geltenden ESG-Normen kann der entsprechende Wert aus unserem Anlageuniversum entfernt werden.

Muster-Reportings von MSCI-ESG sind – sobald diese verfügbar sein werden - über einen Link auf unserer Homepage abrufbar.

Jeder Anleger erhält in regelmäßigem, individuellem Turnus (mindestens aber nach gesetzlichen Vorgaben halbjährlich) einen ESG-Report für sein von uns gemanagtes Portfolio (Fonds, Teilfonds etc.). Diese Auswertungen beinhalten beispielsweise Indikatoren / Messgrößen, die auf den hauptsächlichen ESG-Risiken und -Chancen, basierend auf den Daten von MSCI ESG, beruhen. Kontroversen innerhalb der Anlagen können hierbei genauso dargestellt werden wie Auswertungen zum Carbon-Footprint des investierten Vermögens.

Die HAGIM verwendet gängige Benchmarkindizes etablierter Anbieter wie Stoxx, MSCI oder Bloomberg Barclays.

Bei der HAGIM handelt es sich gemäß §2 Absätze (8) und (10) WPHG um ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen. Die Gesellschaft ist nicht systemrelevant und nimmt im Rahmen der Anlageberatung, Abschlussvermittlung und Finanzportfolioverwaltung keine Mandantengelder oder Mandantenwertpapiere entgegen.

Die HAGIM ist kein bedeutendes Institut im Sinne von §17 der Institutsvergütungsverordnung.
Gemäß §16(2) der Institutsvergütungsverordnung ist die HAGIM auch nicht zur Offenlegung ihrer Vergütungsrichtlinien verpflichtet. Für die Vergütungspolicy der HAGIM sind daher insbesondere §25a KWG, BT8 der MAComp und Abschnitt 2 (allgemeiner Teil) der InstitutsVergV relevant.

Die Vergütung der Mitarbeiter/innen ist ein Instrument der Geschäftspolitik und wird grundsätzlich von der Geschäftsführung bestimmt. Die Geschäftsführung ist damit für die angemessene Ausgestaltung und Umsetzung des Vergütungssystems sowie für die Vermeidung vergütungsbezogener Risiken und den Umgang mit den Restrisiken verantwortlich. Die Grundsätze der Vergütungspolitik sind der Gesellschafterversammlung bzw. dem Aufsichtsrat mindestens einmal jährlich ausführlich zu erläutern. Die Vergütungspolicy gilt auch für die Geschäftsführung der HAGIM. Die Vergütung der Geschäftsführer bestimmt die Gesellschafterversammlung bzw. der Aufsichtsrat der Gesellschaft.

Die Vergütungspolitik steht im Einklang mit der Geschäfts- und Risikostrategie, den Zielen und Interessen der Gesellschaft und umfasst Maßnahmen zur Vermeidung von Interessenkonflikten. Die Vergütungsrichtlinien der HAGIM sind in Abstimmung mit der Personalabteilung und Compliance ausgestaltet worden und sind darauf ausgerichtet, dass Kundeninteressen durch die Vergütung relevanter Personen kurz-, mittel- oder langfristig nicht beeinträchtigt werden.

Ihre Ansprechpartner Nachhaltigkeit

Dr. Wolfgang Kirschner
Managing Director
+49 89 6931094 535
wolfgang.kirschner@ha-gim.com
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Matthias Deutsch
Senior Sales Manager - Institutionals
+49 69 8700847 362
matthias.deutsch@ha-gim.com
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