Ab September 2021 wird der hiesige Leitindex zehn zusätzliche Mitglieder enthalten. Im Rahmen der Index-Überarbeitung sind zudem Änderungen bei den Auswahlkriterien für den DAX vorgenommen worden.

Daniel Winkler
Multi Asset Strategist
07.12.2020

Anforderungskatalog

Das Umsatzranglistenkriterium fällt beim überarbeiteten DAX weg. Zukünftig kommt es auf den Börsenwert der im Streubesitz befindlichen Aktien an. Zudem soll es eine Mindestliquidität geben. Diese sieht u.a. einen Börsenumsatz in den zurückliegenden zwölf Monaten von mindestens EUR 1 Mrd. vor. Außerdem gilt zukünftig, dass Unternehmen vor der Indexaufnahme für die beiden zurückliegenden Geschäftsjahre ein positives EBITDA, also einen Gewinn, ausweisen müssen. Damit reagiert die Deutsche Börse auch auf die Kritik am DAX-Aufstieg von Delivery Hero, die im Sommer 2020 in das deutsche Leitbarometer aufgenommen wurde, obwohl der Lieferdienst seit Gründung 2011 operativ Verlust macht. Während dieses Kriterium einerseits grundsätzlich zu begrüßen ist, führt es andererseits unter Umständen auch dazu, dass die Finanzierung von Wachstumsmodellen über den Aktienmarkt schwieriger wird. Hier muss die Indexkommission der Deutsche Börse gegebenenfalls nochmal nachbessern.

Darüber hinaus gibt es qualitative Anforderungen, wie die rechtzeitige Vorlage von Geschäftsberichten bzw. der Ausschluss bei Säumnis: wenn Quartalsabschlüsse und testierte Jahresabschlüsse nach 30 Tagen nicht vorgelegt werden, kommt es zum „Fast Exit“ binnen zweier Tage. Diese Anforderungen gelten bereits ab März 2021. Hervorzuheben sind, nicht zuletzt als Reaktion auf den Wirecard-Fall, die strengeren Corporate-Governance-Regeln. Alle Unternehmen müssen künftig einen unabhängigen Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat haben. Anpassungsbedarf dürfte es hier vor allem beim Pharmakonzern Merck, dem Mobilfunkanbieter United Internet sowie dem Baustoffsoftwareanbieter Nemetschek geben.

Performance des "alten" Dax seit 2004

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